PCB-Lötstopplack: Farben, Materialien und Spezifikation — Der Praxisleitfaden
Leitfaden 4. März 2026 14 Min.

PCB-Lötstopplack: Farben, Materialien und Spezifikation — Der Praxisleitfaden

LPI vs. Trockenfilm, Grün vs. Schwarz, SMD vs. NSMD — der Lötstopplack beeinflusst Fertigbarkeit, Inspizierbarkeit und Zuverlässigkeit. Materialtypen, Farbvergleich mit technischen Daten und eine Spezifikations-Checkliste.

Hommer Zhao

Hommer Zhao

Gründer & CEO, WellPCB

Der Lötstopplack ist die auffälligste Schicht jeder Leiterplatte — und gleichzeitig eine der am häufigsten unterschätzten. Er schützt Kupferleiterbahnen vor Korrosion, verhindert Lötbrücken und bestimmt maßgeblich die Inspizierbarkeit. Trotzdem wird die Spezifikation oft dem Hersteller überlassen. Dieser Leitfaden zeigt, welche Materialtypen es gibt, was die Farbwahl technisch bedeutet und wie Sie den Lötstopplack korrekt in Ihren Gerber-Daten definieren.

PCB-Lötstopplack-Belichtungsraum mit Direktbelichtungsanlage für photoimaginerbaren Lötstopplack

Das Wichtigste in Kürze

Über 80 % aller Leiterplatten verwenden LPI-Lötstopplack (Liquid Photoimageable Solder Mask). Die Farbwahl beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch die minimale Stegbreite, die Wärmeabsorption und die AOI-Inspizierbarkeit. Grün bleibt der Standard — aus guten technischen Gründen.

Was ist Lötstopplack?

Lötstopplack (englisch: Solder Mask oder Solder Resist) ist eine dünne Polymerschicht, die auf beide Seiten der Leiterplatte aufgetragen wird. Sie bedeckt die Kupferleiterbahnen und das Basismaterial, lässt aber die Löt-Pads und Testpunkte frei. Die typische Schichtdicke beträgt 20–35 µm.

Die Schicht erfüllt mehrere kritische Funktionen gleichzeitig:

Lötbrückenschutz

Verhindert ungewollte Zinnbrücken zwischen benachbarten Pads bei der Bestückung.

Korrosionsschutz

Schützt freiliegende Kupferflächen vor Oxidation, Feuchtigkeit und Chemikalien.

Elektrische Isolation

Durchschlagsfestigkeit von mindestens 500 VDC pro 25 µm Schichtdicke (IPC-SM-840).

AOI-Unterstützung

Der Farbkontrast zwischen Lack und Kupfer ermöglicht die automatische optische Inspektion.

Hommer Zhao

Der Lötstopplack ist die erste Verteidigungslinie Ihrer Leiterplatte. Ein falsch spezifizierter Lack kann zu Lötbrücken, Korrosion und Inspektionsproblemen führen — alles Fehler, die erst in der Serie sichtbar werden.

Hommer Zhao

Gründer & CEO, WellPCB

Lötstopplack-Typen im Vergleich: LPI vs. Trockenfilm vs. Epoxid

Es gibt drei grundlegende Materialtypen für den Lötstopplack. Die Wahl hängt von den Designanforderungen, dem Budget und der Fertigungstechnologie ab.

LPI — Liquid Photoimageable Solder Mask

LPI (auch LPSM) ist der Industriestandard und wird bei über 80 % aller Leiterplatten eingesetzt. Der flüssige Lack wird per Siebdruck, Sprühbeschichtung oder Vorhangbeschichtung aufgetragen, anschließend durch UV-Belichtung strukturiert und entwickelt. Typische Schichtdicke: 20–25 µm.

Der Marktführer ist Taiyo America mit der PSR-4000-Serie, die als Branchenreferenz gilt. Weitere Hersteller sind Huntsman (Probimer 77) und Agfa.

Trockenfilm (Dry Film Solder Mask — DFSM)

Trockenfilm wird als vorgeformte Folie unter Hitze und Druck auf die Platine laminiert. Die Schichtdicke ist mit 75–100 µm deutlich höher als bei LPI. Der große Vorteil: absolut gleichmäßige Schichtdicke und kein Fließen in Bohrlöcher. Nachteil: höhere Kosten und potenzielle Rissbildung bei thermischem Stress.

Epoxid-Flüssig-Lötstopplack

Die einfachste und günstigste Variante. Epoxid-Lack wird per Siebdruck aufgetragen und thermisch gehärtet — ohne UV-Belichtungsschritt. Die Auflösung ist niedrig, weshalb dieser Typ nur für einfache Designs mit großen Pad-Abständen geeignet ist.

EigenschaftEpoxidLPI (LPSM)Trockenfilm
SchichtdickeVariabel20–25 µm75–100 µm
AuftragSiebdruckSiebdruck / Sprühen / VorhangLaminierung
AuflösungNiedrigHochSehr hoch
KostenAm günstigstenMittelAm teuersten
TemperaturbeständigkeitGutGut (260 °C Reflow)Sehr gut (>260 °C)
Fließen in LöcherMöglichMöglichKein Fließen
GleichmäßigkeitVariabelGutHervorragend
VerbreitungPrototyp / Low-Cost>80 % aller PCBsHDI / Fine-Pitch

Lötstopplack-Farben: Technische Unterschiede und Auswahl

Die Farbe des Lötstopplacks ist keine rein ästhetische Entscheidung. Sie beeinflusst die minimale Stegbreite (Solder Dam), die Wärmeabsorption, den Inspektionskontrast und die Fertigungskosten. Rund 90 % aller Leiterplatten weltweit werden mit grünem Lötstopplack gefertigt — aus technisch nachvollziehbaren Gründen.

Leiterplatte mit violettem Lötstopplack — Beispiel für Sonderfarben im PCB-Design

Grün — Der Standard

Vorteile

  • Höchster Kontrast für visuelle und AOI-Inspektion
  • Feinste Stegbreite: 0,2 mm (8 mil) — einzigartig unter allen Farben
  • Niedrigste Kosten durch Skaleneffekte
  • Ausgereiftester Fertigungsprozess, geringstes Ausschussrisiko

Nachteile

  • Standardoptik — keine Differenzierung

Empfehlung: Grün ist die sicherste Wahl für Prototypen, Serien und alle Anwendungen, bei denen Inspizierbarkeit und Kosten im Vordergrund stehen.

Schwarz

Vorteile

  • Hochwertige, professionelle Optik
  • Siebdruck gut sichtbar (weißer Aufdruck)
  • Niedrigste Lichtreflexion — ideal bei lichtempfindlichen Schaltungen

Nachteile

  • Fast kein Kontrast zwischen Kupfer und Substrat
  • Reparatur und manuelle Inspektion extrem erschwert
  • Absorbiert Wärme — Überhitzungsrisiko bei dicht bestückten Boards
  • Mindestens 0,25 mm (10 mil) Stegbreite erforderlich

Weiß

Weiß bietet die höchste Lichtreflexion und ist damit die erste Wahl für LED-Anwendungen. Der Nachteil: der Kontrast zwischen Kupfer und Substrat ist der niedrigste aller Farben. Visuelle Inspektion und Rework werden erheblich erschwert. Weiße Platinen verschmutzen zudem leicht sichtbar.

Rot, Blau und Gelb

Rot wird zunehmend als Design-Farbe eingesetzt und bietet gute Sichtbarkeit, bleibt aber deutlich hinter Grün beim Inspektionskontrast. Blau (bekannt von Arduino-Boards) zeigt hervorragenden Kontrast zum weißen Siebdruck, erfordert aber Vergrößerung für Fine-Pitch-Inspektion. Gelb ist eine Nischenfarbe mit gutem Leiterbahn-Substrat-Kontrast, aber schlechtem Kontrast zum weißen Siebdruck.

Matt vs. Glänzend

Technisch sind beide Varianten identisch in der Leistung. Matte Oberflächen reduzieren die Lotperlenbildung (Solder Balling) und werden für Fine-Pitch-Designs bevorzugt. Glänzende Oberflächen sind kratzfester und zeigen weniger Verschleiß. Die Kosten sind nahezu gleich.

Farbvergleich auf einen Blick

FarbeMin. StegbreiteAOI-KontrastWärmeabsorptionKostenTypischer Einsatz
🟢 Grün0,2 mm (8 mil)★★★★★MittelBasisUniversal, Prototyp, Serie
⚫ Schwarz0,25 mm (10 mil)★★☆☆☆Hoch+10–15 %Consumer, Gehäuse sichtbar
⚪ Weiß0,25 mm (10 mil)★☆☆☆☆Niedrig+10–15 %LED-Platinen
🔴 Rot0,25 mm (10 mil)★★★☆☆Mittel+10–15 %Markenidentität, Design
🔵 Blau0,25 mm (10 mil)★★★☆☆Mittel+10–15 %Arduino, sichtbare Platine
🟡 Gelb0,25 mm (10 mil)★★☆☆☆Mittel+15–20 %Nische, Spezialanwendung

Praxis-Tipp: Stegbreite beachten

Nur grüner Lötstopplack ermöglicht Stegbreiten von 0,2 mm (8 mil). Alle anderen Farben erfordern mindestens 0,25 mm (10 mil). Bei Fine-Pitch-Bauteilen wie 0402er oder BGA mit engem Pitch kann das den Unterschied zwischen fertigen- und nicht-fertigbar machen.

Hommer Zhao

Wenn ein Kunde schwarzen Lötstopplack mit 0,5-mm-Pitch-BGA kombinieren möchte, prüfen wir das vorab im DFM-Check. Die breiteren Stege bei Schwarz können bei engem Pitch problematisch werden. In 70 % der Fälle empfehlen wir dann Grün — oder eine Hybrid-Lösung mit selektiver Farbgebung.

Hommer Zhao

Gründer & CEO, WellPCB

Herstellungsprozess des Lötstopplacks

Der LPI-Lötstopplack durchläuft einen mehrstufigen fotolithografischen Prozess. Das Verständnis dieser Schritte hilft bei der Spezifikation und der Einordnung möglicher Fertigungsfehler.

1

Oberflächenvorbereitung

Reinigung und Aufrauen der Kupferoberfläche für optimale Lackhaftung.

2

Auftragen

Siebdruck, Sprühbeschichtung oder Vorhangbeschichtung des LPI-Lacks auf beide Seiten.

3

Tack-Cure (Vortrocknung)

Kurze thermische Trocknung bei 75–85 °C, um den Lack handhabbar zu machen.

4

UV-Belichtung

Belichtung durch eine Photomaske (oder per Direktbelichtung / DI) polymerisiert die gewünschten Bereiche.

5

Entwicklung

Unbelichtete Bereiche (Pad-Öffnungen) werden mit Natriumcarbonat-Lösung ausgewaschen.

6

Endhärtung (Final Cure)

Thermische Aushärtung bei 120–150 °C für 30–60 Minuten für maximale mechanische und chemische Beständigkeit.

7

Inspektion

Visuelle und automatische Prüfung auf Registrierungsfehler, Blasen und Schichtdicke.

Designrichtlinien für den Lötstopplack

Die korrekte Definition des Lötstopplacks in den Gerber-Daten ist entscheidend für eine problemlose Fertigung. Die folgenden Richtlinien gelten für LPI-Lötstopplack nach IPC-SM-840.

SMD vs. NSMD Pad-Öffnungen

Bei SMD-Pads (Solder Mask Defined) überlappt der Lötstopplack den Kupferpad-Rand. Das Lot haftet nur auf der freiliegenden Fläche. Bei NSMD-Pads (Non-Solder Mask Defined) ist die Lötstoppöffnung größer als das Kupferpad. Das Lot haftet auf der gesamten Kupferfläche.

KriteriumSMD (Mask Defined)NSMD (Pad Defined)
LötstoppöffnungKleiner als KupferpadGrößer als Kupferpad
LötflächeDefiniert durch MaskDefiniert durch Kupfer
BGA-EignungGrößere Pads (>0,5 mm Pitch)Standard für BGA (bessere Lötstelle)
RegistrierungstoleranzKritischToleranter

Pad-Clearance (Solder Mask Expansion)

Die Standard-Clearance beträgt 75 µm pro Seite (150 µm Gesamtdurchmesser-Erweiterung). Bei Fine-Pitch-Designs kann dieser Wert auf 50 µm reduziert werden. Die Registrierungstoleranz liegt bei ±50 µm (±2 mil) — ein Wert, den Sie bei der Clearance-Berechnung berücksichtigen müssen.

Via-Abdeckung: Tenting vs. Plugging

Vias können auf drei Arten behandelt werden:

  • Tenting: Lötstopplack bedeckt die Via-Öffnung. Zuverlässig bis maximal 1,0 mm Lochdurchmesser. Günstigste Option.
  • Plugging: Via wird mit Epoxid gefüllt und anschließend mit Lötstopplack bedeckt. Für BGA-Bereiche und Via-in-Pad empfohlen.
  • Offen: Kein Lötstopplack über dem Via. Wird für Testpunkte oder Wärmeableitung eingesetzt.

Detaillierte Informationen zu Via-Typen finden Sie in unserem Artikel Via-Typen in der Leiterplatte.

Normen und Standards für Lötstopplack

Die wichtigste Norm für Lötstopplack ist IPC-SM-840in der aktuellen Revision E. Sie definiert zwei Leistungsklassen:

NormInhaltRelevanz
IPC-SM-840EQualifikation und Leistung von Lötstopplack. Klasse T (Telekommunikation) und Klasse H (High Reliability)Hauptnorm — sollte in jeder PCB-Spezifikation referenziert werden
UL 94V-0Entflammbarkeitsklassifizierung — Material muss innerhalb von 10 s selbst erlöschenPflicht für UL-zertifizierte Endprodukte
RoHS / REACHEinschränkung gefährlicher Substanzen — halogenfreie Varianten verfügbarStandard für den europäischen Markt
IPC-SM-781Richtlinien für Qualifikation in der FertigungErgänzend zu SM-840

Mehr über IPC-Standards erfahren Sie in unserem Artikel Top 5 IPC-Standards, die jeder PCB-Einkäufer kennen sollte.

Technische Kennzahlen im Überblick

20–35 µm

Typische LPI-Schichtdicke

500 VDC

Durchschlagsfestigkeit pro 25 µm

260 °C

Reflow-Spitzentemperatur

±50 µm

LPI-Registrierungstoleranz

Häufige Lötstopplack-Fehler und Ursachen

Fertigungsfehler im Lötstopplack gehören zu den häufigsten Reklamationsgründen. Die folgenden Probleme treten regelmäßig auf:

Blasenbildung (Blistering)

Ursache: Eingeschlossene Feuchtigkeit oder Lösemittel, die beim Reflow-Löten verdampfen. Oft durch unzureichende Vortrocknung oder zu schnelle Aufheizrate.

Rissbildung (Cracking)

Ursache: Thermischer Stress durch CTE-Mismatch zwischen Lötstopplack und Basismaterial. Häufig bei dickem Trockenfilm über Leiterbahnen.

Ablösung (Delamination)

Ursache: Mangelhafte Kupferoberflächen-Vorbereitung oder Kontamination. Der Lack haftet nicht ausreichend am Substrat.

Ungleichmäßige Schichtdicke

Ursache: Siebdruckparameter nicht optimal eingestellt. Besonders kritisch über hohen Leiterbahnen, wo der Lack dünner aufliegt.

Weitere DFM-Aspekte finden Sie in unserer DFM-Checkliste für Leiterplatten.

Zukunftstechnologie: Inkjet-Lötstopplack

Der digitale Inkjet-Druck eliminiert den Photomasken-Schritt vollständig. Der Lack wird nur dort aufgetragen, wo er benötigt wird — additiv statt subtraktiv. Das spart Material, ermöglicht schnellere Designänderungen und liefert eine höhere Auflösung.

Der globale Markt für Inkjet-Lötstopplack wird auf ca. 1,2 Milliarden USD (2024) geschätzt und soll bis 2033 auf 2,5 Milliarden USD anwachsen (CAGR 9,5 %). Agfa und Taiyo America treiben die Technologie voran.

Hommer Zhao

Inkjet-Lötstopplack ist für uns ein klarer Trend. Der Wegfall der Photomaske spart nicht nur Kosten, sondern auch 4–6 Stunden pro Produktionsdurchlauf. Für Prototypen und Kleinstserien ist das ein Gamechanger.

Hommer Zhao

Gründer & CEO, WellPCB

Checkliste: Lötstopplack richtig spezifizieren

Verwenden Sie diese Checkliste, wenn Sie den Lötstopplack in Ihrer PCB-Anfrage definieren:

Materialtyp: LPI, Trockenfilm oder Epoxid
Farbe: Grün, Schwarz, Weiß, Rot, Blau (+ Matt/Glänzend)
Norm: IPC-SM-840 Klasse T oder Klasse H
Pad-Öffnungen: SMD oder NSMD definiert
Solder Mask Expansion: Wert in µm angeben (Standard: 75 µm/Seite)
Via-Behandlung: Tenting, Plugging oder Offen
Halogenfreiheit: Ja/Nein (REACH/RoHS-konform)
UL 94V-0 Anforderung: Ja/Nein
Temperaturanforderung: Bleifreies Reflow (260 °C) oder bleihaltiges (235 °C)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum sind die meisten Leiterplatten grün?

Grün bietet den besten Kontrast für die automatische optische Inspektion (AOI), ermöglicht die feinsten Stegbreiten (0,2 mm) und ist durch den ausgereiftesten Fertigungsprozess am günstigsten. Historisch geht die grüne Farbe auf die ursprünglichen Epoxid-Lötstopplacke zurück.

Beeinflusst die Lötstopplack-Farbe die elektrische Funktion?

Die Farbe selbst hat keinen direkten Einfluss auf die elektrische Funktion. Indirekt beeinflusst sie aber die minimale Stegbreite (nur Grün: 0,2 mm) und damit die Machbarkeit von Fine-Pitch-Designs. Schwarzer Lack absorbiert zudem mehr Wärme, was bei dicht bestückten Boards relevant ist.

Wie dick sollte der Lötstopplack sein?

Die typische LPI-Schichtdicke beträgt 20–35 µm. IPC-SM-840 schreibt keine feste Mindestdicke vor, fordert aber eine Durchschlagsfestigkeit von 500 VDC pro 25 µm. Über hohen Leiterbahnen kann die Schicht dünner sein — hier sollten Sie mit dem Hersteller die Mindestdicke absprechen.

Kann man eine Leiterplatte ohne Lötstopplack fertigen?

Technisch ja, aber es ist nicht empfehlenswert. Ohne Lötstopplack sind Lötbrücken, Korrosion und Kurzschlüsse deutlich wahrscheinlicher. Ausnahme: bestimmte HF-Designs, bei denen der Lötstopplack die dielektrischen Eigenschaften stört.

Was ist der Unterschied zwischen LPI und Trockenfilm?

LPI (Liquid Photoimageable) wird flüssig aufgetragen und ist der Standard für über 80 % aller PCBs. Trockenfilm wird als Folie laminiert, ist teurer, liefert aber eine gleichmäßigere Schichtdicke und fließt nicht in Bohrlöcher — ideal für HDI und Fine-Pitch-Designs.

Welche Farbe eignet sich für LED-Platinen?

Weiß ist die erste Wahl für LED-Anwendungen, da es die höchste Lichtreflexion bietet und so die Leuchteffizienz steigert. Für die Kombination mit Aluminium- oder Kupferkern-PCBs ist weißer Lötstopplack Standard.

Fazit und Empfehlungen

Der Lötstopplack verdient mehr Aufmerksamkeit in Ihrer PCB-Spezifikation, als er typischerweise bekommt. Die Materialwahl (LPI vs. Trockenfilm), die Farbentscheidung und die korrekte Definition von Pad-Öffnungen und Via-Behandlung beeinflussen Fertigbarkeit, Inspizierbarkeit und Zuverlässigkeit Ihrer Leiterplatte direkt.

Unsere Empfehlung: Verwenden Sie grünen LPI-Lötstopplack als Standard. Weichen Sie nur ab, wenn ein technischer Grund vorliegt (z. B. Weiß für LED, Schwarz für lichtempfindliche Schaltungen). Referenzieren Sie IPC-SM-840 in Ihrer Spezifikation und definieren Sie Pad-Clearance und Via-Behandlung explizit in Ihren Gerber-Daten.

Tags:PCBLeiterplatteLeitfadenFertigung
Hommer Zhao

Hommer Zhao

Gründer & CEO, WellPCB

Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Elektronikfertigung leitet Hommer Zhao das Team bei WellPCB. Seine Leidenschaft: Komplexe technische Themen verständlich erklären.

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